Kinderschutz

Vorbeugung

 

Sexualisierte Gewalt enttabuisieren / Hinschauen

 

Ein Problembewusstsein über sexualisierte Gewalt im Sport ist notwendig, um entsprechende Situationen angemessen einschätzen und darauf reagieren zu können. Ein offener und klarer Umgang mit dem Thema ist eine Voraussetzung dafür, dass Betroffene sich bei Problemen anvertrauen. Eine eindeutige und nach aussen sichtbare Haltung des Vereins macht deutlich, dass sexualisierte Gewalt und Grenzüberschreitungen nicht geduldet werden und schreckt somit potentielle Täter ab.

 

Wie kann Prävention im Verein aussehen?

 

Bevor man eine Person als Betreuer/ Trainer einer Jugendmannschaft einsetzt, sollte man dessen Eignung prüfen. Ein Gespräch mit dem ehemaligen Verein, das (regelmäßige) Vorlegen eines erweiterten Führungszeugnisses und/oder das Unterzeichnen eines Ehrenkodex können dazu Anhaltspunkte geben. Wichtig ist es, dies in Absprache mit dem betroffenen Trainer zu tun, schließlich will man keine Hürden aufbauen, sondern nur sichergehen, dass die Kinder auch in guten Händen sind. Dies ist im Interesse aller im Jugendsport tätigen Personen.

Klare Regeln, was Trainer dürfen und was nicht, helfen, dass eigene Verhalten selbst einzuschätzen. Grundsätzlich sollte einer Trainerin/einem Trainer eine Person zur Seite stehen, die Sicherheit für beide Seiten bedeutet. Die Einhaltung der vereinbarten Regeln kann Trainer und Betreuer auch vor falschen Verdächtigungen schützen.

 

Mädchen und Jungen stärken!

 

Genau so wichtig wie die Schulung der Erwachsenen ist es, die Kinder zu ermutigen, "NEIN!" zu sagen, ihre Rechte zu kennen, sich deren bewußt zu sein und sich Erwachsenen anzuvertrauen. Die Aufbereitung des Themas durch Experten vermittelt dieses Selbstvertrauen und ermöglicht einen angstfreien Umgang der Kinder mit dem Thema.

 

Was ist zu tun!

 

Handeln und Expertenhilfe holen!

 

Verdachtsäußerungen sollte man ernst nehmen und gewissenhaft prüfen. Vereinen wird empfohlen, im Vorhinein einen Interventionsplan für das Vorgehen  im Verdachtsfall zu erstellen. Wichtig ist es, nicht selbst zu ermitteln! Dies könnte spätere Nachforschungen der Polizei behindern. Stattdessen sollte man zügig Rat bei den entsprechenden Anlaufstellen suchen. In den Fußball und Leichtathletik Verbänden innerhalb des WFLV wurden dazu Anlaufstellen eingerichtet. Dort bekommen Sie eine erste Hilfe. Der Ansprechpartner kann Dinge neutral ordnen, zu weiteren Stellen vermitteln und Ihnen Empfehlungen zum weiteren Vorgehen aussprechen.

 

Verständnisvoll reagieren- Neutralität wahren!

 

Einem Kind das Gefühl zu geben, dass es lügt oder übertreibt, wäre ebenso falsch wie den Beschuldigten vorzuverurteilen. Hier muss im Sinne des betroffenen Kindes und nicht über dessen Kopf hinweg gehandelt werden. Alles sollte in enger Absprache entschieden und entsprechende Schritte eingeleitet werden. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und mit einer professionellen Anlaufstelle Kontakt aufzunehmen.

 

5 Schritte zum vorbeugenden Umgang mit dem Thema

 

1. Vereinsinterne Strategie zum Umgang mit dem Thema verbschieden (ggfls. Rat durch externe Experten einholen) 2. Eignungsprüfung der Vereinsmitarbeiter/-innen (ggfls. Führungszeugnis/Ehrenkodex)

3. Benennung und Qualifizierung eines Ansprechpartners/-rinnen im Verein.

4. Schaffung von Angeboten zur Prävention für Kinder und Jugendliche.

5. Interne und externe Darstellung: "Wir beugen sexualisierte Gewalt vor!"

 

Weitergehende Informationen

 

Sportjugend und der Landessportbund NRW bieten umfangreiche Informationsmaterialien, Schulungsangebote, Informationen zu rechtlichen Grundlagen bis hin zu Vorlagen für den Ehrenkodex.

 

Informieren Sie sich ausführlich!

 

"Deutsche Sportjugend im DOSB e.V: "Gegen sexualisierte Gewalt im Sport- Kommentierter Handlungsleitfaden für Sportvereine zum Schutz von Kindern und Jugendlichen", Frankfurt a.M. 2011- zu beziehen über die Sportjugend

-Landessportbund Nordrhein-Westfalen / Ministerium für Familie, Kinder, Kultur und Sport: "Schweigen schützt die Falschen! - Initiativen und Materialien zu  Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport"

Ansprechpartnerin:

Dorota Sahle - Referentin Gender Mainstreaming, Prävention und Intervention sexueller Gewalt im Sport.

Telefon 0203-7381-847

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend und Sport des Landes NRW

Deutsche Sportjugend

Landessportbund NRW

 

 

Ansprechpartner im FLVW

 

Die Anlaufstelle des FLVW erreichen Sie telefonisch unter 02307-371523

Anlaufstelle für den Kreis Unna-Hamm

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